Scanner-Apps am iPhone für alle Fälle
Inzwischen gibt es reichlich Auswahl, um auch mit dem iPad zu scannen. Wir haben einen kleinen Vergleich gezogen, auch mit einem Flachbettscanner und OCR-Software auf dem Mac.
Die Zeiten, als man bockschwere und sündhaft teure Scanner im Home-Office oder in der Firma brauchte, sind an sich vorbei. Man ist mobil unterwegs und hat Scanner-Apps auf Smartphone oder dem Tablet, diese gibt es oft kostenlos, Texterkennung (OCR) oder andere Komfortfunktionen sind meist für ein paar Euro extra zu haben. Das von uns kürzlich getestete Microsoft Lens steht komplett kostenfrei zur Verfügung , in Kombination mit Microsoft Word beispielsweise auf dem iPad setzt es das erkannte Bild in editierbaren Text um.
Diverse iOS-Scan-Apps im Test
Wir haben uns drei weitere Apps für das iPad angesehen und außerdem einen Vergleich mit einem handelsüblichen Multifunktionsgerät von Epson mit Anbindung an den Mac gezogen, dieses verfügt auch über einen klassischen Flachbettscanner. Für die OCR auf dem Mac nutzten wir Abbyy Fine Reader Express (jetzt FineReader Pro for Mac ). Eine zweifellos bekannte und beliebte App wie Genius Scan (9 Euro) haben wir dagegen in den Test nicht mit einbezogen, da diese nicht über OCR verfügt. Das ist aber in vielen Fällen sehr nützlich und hilfreich, wenn man Texte weiter bearbeiten und übernehmen möchte. Genius Scan macht PDFs lediglich durchsuchbar.
Zu diesem Vergleich haben wir mit etwas nostalgisch-wehmütigem Gefühl die letzte Macwelt vom September 2015 hervorgezogen und dort eine mehrspaltige Seite mit Bildern und Grafiken über den Einzeltest eines Benq-Monitors verwendet. Auch andere Testläufe mit unterschiedlichen Dokumenten haben wir gemacht, diese aber nicht so akribisch dokumentiert. Für eine gute Einschätzung sollten diese Versuche jedoch ausreichen.
iOS-Scanner-Apps (Bild 1 von 22)
Scannen per App Die gute alte Macwelt: Die letzte ihrer Art
OCR von mehrspaltigen Vorlagen kaum ergiebig
Am besten sprechen unsere Screenshots für sich. Alle drei von uns eingesetzten Apps haben gemeinsam, dass sie den Rahmen des zu scannenden Dokuments oder Fotos recht gut erkennen und eingrenzen, oft auch in Schräglage. Der ” Scanner für mich ” von Apalon Apps (5,49 Euro) fotografiert sogar automatisch, sobald die Qualität gut genug erscheint. Was sich aber auch abstellen lässt, um manuell auszulösen. Die Texterkennung (OCR) sowie das Einfügen einer Unterschrift gibt es in dieser App nur kostenpflichtig für 5,49 Euro. Das Ergebnis der Übertragung in editierbaren Text ist sehr mäßig, ebenso wie bei Prizmo (11 Euro) von Creaceed SPRL. Auch das auf der Abbyy-Technologie beruhende Textgrabber (5,49 Euro) überzeugt uns bei mehrspaltigen Texten nicht.
Microsoft Lens – oder OCR lieber gleich am Mac
Am besten schneidet noch Microsoft Lens ab, nach der Online-Übertragung via One Drive in Microsoft Word lässt sich mit dem Text immerhin etwas anfangen, obgleich auch hier einiges an Nacharbeit erforderlich ist. Dagegen klappt es mit einspaltigen Texten fast perfekt, ebenso wie mit dem Textgrabber, wogegen beispielsweise der ”Scanner für mich” auch mit solchen Vorlagen nicht wirklich zurechtkommt.
So überrascht es nicht, dass wir das weitaus beste Ergebnis erzielen, indem wir den klassischen Flachbettscanner nutzen, hier die Macwelt-Seite als PDF eingescannt und wie erwähnt mit Abbyy Fine Reader Express in editierbaren Text verwandelt, was im Grunde perfekt klappt. Freilich sind hierfür auch die Kosten am höchsten – neben der Hardware in Form des Multifunktionsdruckers (analog benötigt man freilich auch ein iPad oder iPhone) kommen die Ausgaben für eine gute OCR-Software hinzu. Dafür erhält man aber ein wirklich zufriedenstellendes Ergebnis.
Fazit und Empfehlung
Es gibt viele iOS-Apps, die Dokumente oder Fotos gut einscannen und sogar Bearbeitungsoptionen für die Bildverbesserung bieten. Es hapert aber deutlich an der Umsetzung von komplexeren Vorlagen in editierbaren Text. Hier liefert die Kombination aus Flachbettscanner und professioneller OCR-Software immer noch die mit Abstand besten Resultate. Der Nachteil ist, dass man damit nicht mobil ist. Daher empfehlen wir für unterwegs, das Dokument mit einer App zu scannen und mit der OCR zu warten, bis man eine vernünftige Software auf dem Mac zur Verfügung hat. Eine Vorlage vom iPhone oder iPad auf diesen zu bringen, ist mit keiner Software mehr ein Problem. Unterschiedliche Weisen des Teilens sind in allen vorhanden. Ansonsten geht unsere Empfehlung eindeutig in Richtung Microsoft Lens, wofür man für die OCR zusätzlich Word auf dem iPad benötigt.
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